"Wo ist Fred" ist einer dieser Filme, die mich schon beim Ansehen der Vorschau abschrecken. Der Film wirkt durch sie zwanghaft auf witzig gemacht, was nie ein gutes Zeichen ist. Nichts gegen Slapstick, aber dies ist doch nun wirklich zu durchsichtig. Wenn man die Vorschau gesehen hat, kennt man höchstwahrscheinlich schon die besten Gags des ganzen Films. Der Plot ist auch klar: Fred verliebt sich natürlich in die sympathische Reporterin und erkennt, dass diejenige, in die er am Anfang des Filmes verliebt war, nur eine Zicke ist. Und natürlich: dass Behinderte auch nette Menschen sind. Jaja, diese Botschaft ist natürlich wichtig, aber sie darf nicht der einzige Grund sein, den Film anzusehen.
Also Zuhause bleiben und den Film irgendwann umsonst auf RTL gucken oder so. Da kann man wenigstens zwischendurch abschalten oder was anderes machen. Jeder Euro den man hier investiert, scheint mir vollkommen verschenkt.
Samstag, 25. November 2006
Ein guter Freund von mir
Wer mich kennt, weiß, dass ich kein großer Fan deutscher Filme bin. Sie sind meistens nur bessere TV-Filme, als Komödie oft zu flach & zu banal, als Drama meist zu selbstverliebt & dröge. Verschärfend ist, dass deutsche Filme, sobald sie auch nur ein wenig besser als durchschnittlich sind, von der Kritik dermaßen überschätzt und in den Himmel gehoben werden, dass es mir graut. Ich nenne nur "Goodbye Lenin" und "Das Wunder von Bern"...
Doch nicht dieser Film!
"Ein Freund von mir" ragt bei den diesjährigen Jürgen-Vogel-Filmfestspielwochen besonders heraus. Obwohl er dieses Jahr fast so oft in Filmen mitspielt, dass man ihn als deutschen Samuel L. Jackson bezeichnen könnte. Er kommt mal wieder zu authentisch rüber, als ob er in dem einfach Jürgen Vogel spielen würde, und nicht irgendeine Rolle. Solche aufgekratzten und manchmal kennt wohl jeder. Sie können zwar manchmal nerven, doch hier gibt es das Korrektiv in Form von Daniel Brühl, der von Vogel erst einmal aufgetaut werden muß, um das wirkliche Leben zu erkennen. Bis dahin hält er die Art, wie er lebt und seine Arbeit in einem maximal 5 qm Kabuff mit Fenster (auch bekannt als Büro) für das wahre Leben. Welch ein Irrtum. Er muss sich erst verlieben und Freundschaft kennenlernen, um die Augen wirklich öffnen zu können. Für Brühl Spiel gilt, was auch für Vogels Spiel gilt: es wirkt authentisch. Große Schauspielkunst und gute Schauspielerführung in einem leider leicht zu unterschätzenden Film.
Ein Jungsfilm sicherlich, doch auch mehr: eine Lektion über Freundschaft, mit viel Witz und einem Schuß Romantik? Was will man mehr von einem (deutschen) Film? Nichts! Reingehen!
Doch nicht dieser Film!
"Ein Freund von mir" ragt bei den diesjährigen Jürgen-Vogel-Filmfestspielwochen besonders heraus. Obwohl er dieses Jahr fast so oft in Filmen mitspielt, dass man ihn als deutschen Samuel L. Jackson bezeichnen könnte. Er kommt mal wieder zu authentisch rüber, als ob er in dem einfach Jürgen Vogel spielen würde, und nicht irgendeine Rolle. Solche aufgekratzten und manchmal kennt wohl jeder. Sie können zwar manchmal nerven, doch hier gibt es das Korrektiv in Form von Daniel Brühl, der von Vogel erst einmal aufgetaut werden muß, um das wirkliche Leben zu erkennen. Bis dahin hält er die Art, wie er lebt und seine Arbeit in einem maximal 5 qm Kabuff mit Fenster (auch bekannt als Büro) für das wahre Leben. Welch ein Irrtum. Er muss sich erst verlieben und Freundschaft kennenlernen, um die Augen wirklich öffnen zu können. Für Brühl Spiel gilt, was auch für Vogels Spiel gilt: es wirkt authentisch. Große Schauspielkunst und gute Schauspielerführung in einem leider leicht zu unterschätzenden Film.
Ein Jungsfilm sicherlich, doch auch mehr: eine Lektion über Freundschaft, mit viel Witz und einem Schuß Romantik? Was will man mehr von einem (deutschen) Film? Nichts! Reingehen!
EIN FREUND VON MIR
(DEUTSCHLAND 2006)
Regie: Sebastian Schipper
Buch: Sebastian Schipper
Darsteller: Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Sabine Timoteo
Produktion: X Filme, Film 1
Verleih: X Verleih
Länge: 84 Minuten
Start: 26. Oktober 2006
James Bond begins!
Mal ehrlich: wer hätte geglaubt, dass es noch einmal einen ambitionierten Bond-Film geben würde? Oder einen interessanten Bond-Film mit einem Hauptdarsteller, der nicht wie ein Dress-man aussieht? Oder dass Daniel Craig der passende Darsteller wäre?
Ich nicht!
Als ich von der Besetzung hörte, dachte ich: wie kann man einen Typen mit dieser (Schläger-)Visage als 007? Warum nicht Clive Owen oder Hugh Jackman? Oder gar Ewan McGregor? Und ein ambitionierter Bond nach dem unverdienten kommerziellen Erfolg der unfreiwilligen Selbstparodie "Stirb an einem anderen Tag"? Niemals, denn es gibt eben Dinge, die einfach unmöglich sind.
Doch nicht hier! Das Konzept, Bond zu seinem Anfängen zurückzuführen, funktioniert wunderbar, obwohl sich natürlich Paralleln zu "Batman begins" aufdrängen. Doch aller aufgesammelter Ballast ist von seinen Schultern genommen und die Figur kann wieder sie selbst sein. Es funktioniert, nicht obwohl sondern eher weil man Bond kennt, wie er nach seinen Anfängen sein wird. Hier ist alles neu für ihn und es ist gut!
Es gibt keinen aufgesetzten Humor, der in den letzten Jahren fast nur noch selbstferentiell wirkte. Hier ist er menschlisch, schwarz und auch manchmal zynisch. Beinahe so wie in seeligen Connery-Zeiten. So pointierte Dialoge wie zwischen Bond und Vesper Lynd in ihrer Kennenlernphase hat es in Bondfilmen fast nie oder zumindest nur vor ewigen Zeiten.
Wie eine solche Beziehung bei Bond ausgehen muss, wissen wir, doch man wünscht sich, dass es den beiden wirklich gelänge...
Aus Bond wird zwar nie ein Jack Bauer werden können, doch hier zeigt sich schon in der Vor-Titel-Sequenz (selten war eine so gut und passend, besonders der Schnitt zur klassischen Bond-Pose und zum Vorpann), dass seine nicht mehr bloß Schwarz-Weiß ist, sondern voller Grautöne...
Zum Schluss nur noch 2 Bemerkungen: 1. was Bond nicht umbringt, macht ihn nur noch härter; 2. schaut Euch diesen Film an!
CASINO ROYALE
(UK/USA 2006)
Regie: Martin Campbell
Buch: Neal Purvis, Robert Wade, Paul Haggis
Darsteller: Daniel Craig, Eva Green, Judi Dench, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini
Produktion: Metro- Goldwyn- Mayer (MGM), Columbia Pictures, Eon Productions Ltd., Danjaq, Stillking Films, United Artists
Verleih: Sony Pictures
Länge: 141 Minuten
Start: 23. November 2006
Ich nicht!
Als ich von der Besetzung hörte, dachte ich: wie kann man einen Typen mit dieser (Schläger-)Visage als 007? Warum nicht Clive Owen oder Hugh Jackman? Oder gar Ewan McGregor? Und ein ambitionierter Bond nach dem unverdienten kommerziellen Erfolg der unfreiwilligen Selbstparodie "Stirb an einem anderen Tag"? Niemals, denn es gibt eben Dinge, die einfach unmöglich sind.
Doch nicht hier! Das Konzept, Bond zu seinem Anfängen zurückzuführen, funktioniert wunderbar, obwohl sich natürlich Paralleln zu "Batman begins" aufdrängen. Doch aller aufgesammelter Ballast ist von seinen Schultern genommen und die Figur kann wieder sie selbst sein. Es funktioniert, nicht obwohl sondern eher weil man Bond kennt, wie er nach seinen Anfängen sein wird. Hier ist alles neu für ihn und es ist gut!
Es gibt keinen aufgesetzten Humor, der in den letzten Jahren fast nur noch selbstferentiell wirkte. Hier ist er menschlisch, schwarz und auch manchmal zynisch. Beinahe so wie in seeligen Connery-Zeiten. So pointierte Dialoge wie zwischen Bond und Vesper Lynd in ihrer Kennenlernphase hat es in Bondfilmen fast nie oder zumindest nur vor ewigen Zeiten.
Wie eine solche Beziehung bei Bond ausgehen muss, wissen wir, doch man wünscht sich, dass es den beiden wirklich gelänge...
Aus Bond wird zwar nie ein Jack Bauer werden können, doch hier zeigt sich schon in der Vor-Titel-Sequenz (selten war eine so gut und passend, besonders der Schnitt zur klassischen Bond-Pose und zum Vorpann), dass seine nicht mehr bloß Schwarz-Weiß ist, sondern voller Grautöne...
Zum Schluss nur noch 2 Bemerkungen: 1. was Bond nicht umbringt, macht ihn nur noch härter; 2. schaut Euch diesen Film an!
CASINO ROYALE
(UK/USA 2006)
Regie: Martin Campbell
Buch: Neal Purvis, Robert Wade, Paul Haggis
Darsteller: Daniel Craig, Eva Green, Judi Dench, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini
Produktion: Metro- Goldwyn- Mayer (MGM), Columbia Pictures, Eon Productions Ltd., Danjaq, Stillking Films, United Artists
Verleih: Sony Pictures
Länge: 141 Minuten
Start: 23. November 2006
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